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Trinkwasseranalyse
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Neue Härtebereiche Trinkwasser

Nach §9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes sind die Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, dem Verbraucher die Härtebereiche für Trinkwasser wie folg anzugeben.

Härtebereich weich: Niebelsbach, außer Schelmenäcker
weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 °dH)

Härtebereich mittel: Dietlingen, Ellmendingen, Weiler, Dietenhausen und Schelmenäcker                    
1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 bis 14 °dH)

Härtebereich hart:                                                                                                                             
mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht mehr als 14 °dH)

 

Chlorung des Trinkwassers für Keltern und Nöttingen ist vorbei – neue UV-Entkeimungsanlage sorgt künftig für Sicherheit beim Trinkwasser –


Ein halbes Jahr lang wurde das Trinkwasser für Keltern und den Remchinger Ortsteil Nöttingen gechlort. Jetzt sorgt statt dessen eine UV-Entkeimungsanlage mit energiereichem Licht für ein hygienisch einwandfreies Nass. Die Bürgermeister der beiden am „Wasserversorgungsverband Oberes Pfinztal“ beteiligten Gemeinden, Ulrich Pfeifer (Keltern) und Wolfgang Öchsle (Remchingen) übergaben die 50.000 Euro teure Anlage ihrer Bestimmung. Untergebracht ist die UV-Entkeimungsstation im Pumpenhaus zwischen Weiler und Ellmendingen. Unmittelbar daneben befinden sich auch die beiden Brunnen, die das Wasser für Keltern und Nöttingen liefern. In 40 Metern Tiefe werden grundwasserführende Schichten in Muschelkalk und Buntsandstein angezapft und je Sekunde 48 Liter nach oben gepumpt, 173 Kubikmeter in der Stunde. Dies geschieht vorzugsweise nachts, der günstigeren Stromtarife wegen. Im Februar 2007 hatte das Pfinztalwasser negative Schlagzeilen gemacht, als Coli-Bakterien und sogenannte „coliforme Keime“ im Leitungswasser gefunden wurden. Darauf hin hatte das Gesundheitsamt des Enzkreises angeordnet, das Wasser zu chloren. Aus Gründen der Vorsicht war die Chlorung bis zum jetzigen Einbau der UV-Entkeimungsanlage fortgesetzt worden, obwohl die Untersuchungen der letzten Monate keine Keimbelastung mehr ergaben. Bereits früher war es hin und wieder zu Verunreinigungen des Wassers mit Keimen gekommen. So zuletzt im Januar 2004, als ebenfalls eine Chlorung angeordnet wurde. Schon damals war auch der Einbau einer UV-Anlage diskutiert worden. Als weitere Verunreinigungen jedoch ausblieben, hatte die Verbandsversammlung im Mai 2005 beschlossen, auf den Einbau einer Entkeimungsanlage zu verzichten. Anders dieses Mal: Im Mai entschied sich die Versammlung des Wasserverbandes „Oberes Pfinztal“ für die Anschaffung einer UV-Entkeimungsanlage, die jetzt eingebaut wurde. Parallel dazu wurde jedoch auch Ursachenforschung betrieben, um zu ermitteln, woher die gelegentlichen Verunreinigungen stammen und wie sie ins Trinkwasser geraten. An den Untersuchungen waren das Wasserwirtschafts- und das Gesundheitsamt des Enzkreises sowie ein Geologe beteiligt. „Ungeachtet dessen, dass die Sicherheit unserer Trinkwasserversorgung gewährleistet ist, werden wir den Ursachen für die Verunreinigungen weiter auf den Grund gehen“, erklärte Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer bei der Inbetriebnahme der UV-Anlage. Dabei wird davon ausgegangen, dass verunreinigtes oberflächennahes Grundwasser Gelegenheit hat, mit dem tiefen Grundwasser, das in den Brunnen gefördert wird, in Kontakt zu kommen. „Hier im Pfinztal haben wir mehrere Grundwasserschichten, die voneinander getrennt sind“, erklärt Geologe Harald Engel, der mit den Untersuchungen betraut ist. „Unter der Lehm- und Bodenoberfläche befindet sich sogenannter „Pfinzschotter“, der in geringer Tiefe Grundwasser führt.“ In diesen Grundwasserhorizont könnten, vor allem bei Starkregenereignissen, beispielsweise Güllereste von der Düngung der Äcker eingeschwemmt werden und mit ihnen die Keime. Dieser obere Grundwasserhorizont ist grundsätzlich durch wasserundurchlässige Schichten von der unteren Grundwasserzone in 40 Metern Tiefe getrennt, aus der das Trinkwasser entnommen wird. Über einen möglichen Weg der Verschmutzung der Tiefbrunnen haben jüngst Färbeversuche Aufschluss gegeben. Danach konnte ausgebrachter Farbstoff in einem der beiden Brunnen nachgewiesen werden, ein Hinweis darauf, dass oberflächennahes Wasser eindringt.  „Verantwortlich dafür könnte eine alte Wasserleitung sein, die das Wasser des benachbarten Oberbruchbrunnens zur Pfinz ableitet und dabei nahe an dem betroffenen Tiefbrunnen vorbeiführt“, erklärt der Geologe. Geplant ist, die alte Leitung zu entfernen, bei deren Bau vielleicht auch die wasserundurchlässige Schicht verletzt worden sein könnte, die das tiefere Grundwasser vor dem oberflächennahen schützt, erklärt Kelterns Hauptamtsleiter Otto Seebach, der zugleich Schriftführer beim Wasserverband ist. Sollte das nicht helfen, müsste eine aufwendige und teure Sanierung des Tiefbrunnens ins Auge gefasst werden, bei der das obere Grundwasserstockwerk gegen das untere abgedichtet werden müsste. Selbst wenn es bis zu einer endgültigen Behebung der Ursachen erneut zu einem Eintritt von Keimen ins Grundwasser kommen sollte: Durch die UV-Anlage, mit der das Wasser bestrahlt wird, werden 99,9 Prozent aller Keime inaktiviert und an einer Vermehrung gehindert, sagt Thomas Georgi von der Herstellerfirma. „Mit dieser Anlage ist die Einhaltung der Trinkwasserverordnung in ihrer neuesten Fassung gewährleistet.“ Dabei werde das Wasser nicht verändert und der energiereichen Lichtstrahlung nur kurz ausgesetzt. „So wird auch verhindert, dass aus etwa vorhandenen Nitraten Nitrite gebildet werden“, erläutert der Fachmann. „Ich bin froh, dass die Verbandsversammlung der Anschaffung der UV-Anlage zugestimmt hat“, erklärte Remchingens Bürgermeister Wolfgang Oechsle. Als stellvertretender Verbandsvorsitzender hatte Oechsle im Mai 2007 die entscheidende Sitzung des Gremiums geleitet. Und Dr. Andrea Schmieder-Widders vom Gesundheitsamt des Enzkreises lobt: „Hier wurde wirklich etwas für die Sicherheit getan. Es war richtig, zweigleisig zu fahren: die Ursachen zu suchen, aber parallel die Wasserqualität schon mit gängiger Technik zu sichern. In dem linken Edelstahlzylinder versteckt ist die UV-Bestrahlungsanlage, mit der das Trinkwasser des Wasserverbandes Oberes Pfinztal von nun an entkeimt wird. Die Anlage begutachten (v.r.): Thomas Fröhlich (vom Ingenieurbüro Kurt + Thomas Fröhlich), Thomas Georgi (Fa. Wedeco Vertrieb Südwest), Wolfgang Oechsle, Ulrich Pfeifer, Otto Seebach, Jürgen Germann, Dr. Andrea Schmieder-Widders und Harald Engel (Büro für angewandte Geologie).

 

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