|
|
Dietlinger Nikolausmarkt lockte vor allen Dingen abends die Besucher an |
 |
|
Wie andernorts, so machte auch in Dietlingen das Wetter den Veranstaltern
eine Strich durch die weihnachtliche Rechnung des traditionellen
Nikolausmarktes. Wenngleich viele Stände und Zelte auf dem Rathausplatz, der
Bahnhofstraße und der Bachstraße aufgebaut waren, weihnachtliche Stimmung war
wegen des kalten Regens am Anfang nur schwer auszumachen. Erst mit Einbruch der
Dunkelheit füllten sich die Gassen und die Heiterkeit an den Verpflegungs-
und Glühweinständen erfüllte den Abend. Die Anbieter von Kunsthandwerklichem
Schmuckwaren, Selbstgestricktem oder – gebackenem oder von Schmuckwaren hatten
dagegen eher einen schweren Stand. Überhaupt wurde viel auf dem schlechten
Wetter zugeschrieben und dabei gescherzt „man sollte den Nikolausmarkt auf den
Sommer verschieben“, dann wäre zumindest das Wetter besser. Wie dem auch sei St.
Nikolaus und Bürgermeister Ulrich Pfeifer ließen sich nicht beirren. Nach der
Eröffnung des Nikolausmarktes am Samstagmittag, unter den weihnachtlichen
Klängen des Posaunenchores, hatten sie mit frisch gebackenen Dampedeis leckere
Naschereien für die Besucher des weihnachtlichen Marktes parat. Einen davon
bekam auch die in Dietlingen wohnhafte SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast.
Auch sie ließ es sich nicht nehmen, trotz Regenwetters den Nikolausmarkt zu
besuchen. |
 |
Nach oben
|
 |
|
Ebenso, wie die bis zur Abendstunde wohl über 1000 Besucher genoss sie das
besondere Flair und die Stimmung in Dietlingen. Eine Stimmung, die auch im
kommenden Jahr einer Wiederholung finden soll. Abgerundet wurde die Atmospähre
auf dem Nikolausmarkt mit einem abwechslungsreichen Angebot an Handwerklichem
und Kunsthandwerklichen auch viel Musik war geboten und wer die
Weihnachtseinstimmung etwas besinnlicher genießen wollte, kam in der
Andreaskirche auf seine Kosten. Hier gab’s Nikolaus- und Weihnachtsgeschichten
in gelesener oder gespielter Form. Mit auf dem Dietlinger Nikolausmarkt war auch
der 17jährige Marvin Schwarz. Er ist Top 1 bei den Junioren im Ski-Freestyle auf
der Buckelpiste und im Weltcup auf den vorderen Plätzen zu finden. Von Simone
und Bernd Köhler (Köhler-Sport) erhielt der erfolgreiche Nachwuchssportler
handgefertigte Skier, gesponsert von der Firma Hart. Weitere Bilder
hier |
 |
| Die Polizeiposten Remchingen - Keltern |
 |
|
Die Polizeiposten Remchingen und
Keltern wurden mit Wirkung vom 1. Dezember 2008 zu einer größeren,
schlagkräftigeren Einheit vereinigt. Die sieben Beamtinnen und
Beamten des Polizeipostens Remchingen sind nun für die Gemeinden Remchingen und
Keltern zuständig. Damit betreut der Polizeiposten Remchingen rund
21.000 Einwohner in den insgesamt neun Ortsteilen der beiden Gemeinden. Durch
die Zusammenlegung werden Verwaltungsaufgaben zugunsten der Präsenz der
Beamtinnen und Beamten vor Ort gebündelt. Mit seiner Personal- und
Fahrzeugausstattung kann der Polizeiposten flexibler auf polizeiliche
Lagen und Brennpunkte reagieren. Mit der Leitung des Polizeipostens Remchingen
wurde Polizeihauptkommissar Rüdiger Schroth beauftragt, Stellvertreter ist
Polizeikommissar Jörg Huber. Als Jugendsachbearbeiter sind
Polizeihauptmeister Johannes Rebholz und Polizeihauptmeister Oliver Schroth
eingesetzt. Als Sachbearbeiter sind Polizeihauptmeister Rolf Jäger,
Polizeihauptmeister Joachim Heinrich und Polizeiobermeisterin Stephanie
Rettkowski tätig. Der Polizeiposten verfügt über zwei Streifenwagen.
Der Polizeiposten Remchingen befindet sich in Remchingen-Wilferdingen
an der Bundesstraße 10, die Anschrift lautet: Hauptstraße 100, 75196 Remchingen.
Telefonisch sind die Beamten von Montag bis Freitag in der Zeit von 07.30 Uhr
bis 18.00 Uhr unter Tel. 07232/372580 erreichbar. Im Rathaus
Keltern-Ellmendingen, Raum Nr. 2.21, wird montags in der Zeit von 16.00 Uhr bis
17.30 Uhr eine Bürgersprechstunde abgehalten. Während der Bürgersprechstunde ist
die Polizei dort unter Tel. 07236/70361 erreichbar.
|
Nach oben
Orchester und Solisten überzeugten beim Adventskonzert in der Barbara-Kirche |
 |
|
Wenngleich es kein kirchen-, sondern ein kammermusikalisches Konzert war
und das Orchester durchweg aus Nachwuchskünstlern bestand, die
Räumlichkeit hätte nicht angemessener gewählt werden können und die Atmosphäre
hätte nicht besser sein können. So die Feststellung der Besucher und
Mitwirkenden beim Adventskonzert der Musikschule Westlicher Enzkreis in der
Ellmendinger Barbara – Kirche. Dabei war nicht nur beim Leiter der Musikschule
Westlicher Enzkreis Hans-Peter Dennemarck die Freude über ein gelungenes Konzert
und das hohe Leistungsniveau der jungen Musikerinnen und Musiker spürbar.
Beeindruckt vom musikalischen Können der Solisten und des Gesamtorchesters unter
Leitung von Susanne Reiner sparten die rund 200 Zuhörer auch nicht mit
anerkennendem Applaus. So überzeugte schon die 17-jährige Anne-Catherine Becker
auf der Querflöte mit der Orchestersuite in h-moll von Johann Sebastian Bach.
Nicht minder beeindruckend auch die Leistung von Janna Frei, Anne Messerer und
Yannik Dammers mit einem Kanon in D-Dur für 3 Violinen von Johann Pachelbel. In
die Zeit des barocken Italiens entführte das Orchester und der 17-jährige
Cellist Dominik Barth die Zuhörer mit dem Allegro im Concerto a-moll für Cello
und Orchester von Antonio Vivaldi. Der Epoche, dem Barock und dem
Herkunftsland des Komponisten, Italien treu geblieben war auch die
15-jährige Dorothee Ulrich mit ihrem Concerto in F-Dur für Sopranblockflöte. Für
ihr gekonntes Solo erntete sie viel Beifall. In besonderer Form stellte
anschließend die erst 14-jährige Antonia Kölble ihr musikalisches Talent unter
Beweis. |
 |
Nach oben
|
 |
|
Mit virtuosem Klarinettenspiel, dem Adagio und dem Poco presto, Konzert
B-Dur für Klarinette und Orchester, wurde sie zum Liebling des Abends. Dabei war
ihr mit erleichtertem Lächeln nach dem recht schwierigen Solo die abgefallene
Anspannung nach ihrem Auftritt im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht
geschrieben. Vor dem zum Schluss gemeinsamen von den Zuhörern gesungenen Lied
„Ich steh’ an deiner Krippe hier“, begleitet vom Orchester setzte der 15-jährige
Jannik Haenel, mit Joseph Haydns Konzert in S-Dur für Trompete und Orchester, 1.
Satz Andante cantabile den Schlusspunkt unter ein gelungenes
Konzert. |
 |
Modelleisenbahn-Ausstellung lockte viele Besucher zum Bestaunen der Welten im Kleinen |
 |
|
Für Staunen und Begeisterung sorgten die Modelleisenbahnfreunde Keltern
übers Wochenende mit ihrer 22sten Modellbahnausstellung. Bekannt dafür, bei
jeder Ausstellung etwas Besonderes zu präsentieren, hatte man diesmal die
„N-Bahnfreunde Karlsruhe“ in die Dietlinger Speiterlinghalle eingeladen. Mit
ihrer Modul-Anlage in Spur N beeindruckten sie nicht nur mit „Masse“ (über 20
Module hatten die Vereinsmitglieder zu einer Gesamtanlage von rund 40 Metern
zusammengebaut), sondern auch mit Filigranem und Modellbauddetails. Das
Highlight der Anlage war dabei zweifelsohne das Modelldorf, geschaffen von
Friedhelm Sons. Nicht etwa aus Modellbausätzen, sondern im N-Maßstab 1 :
160 originalgetreu selbst nachbaut hat der Modellbauenthusiast die über 20
historischen Gebäude vom Frankenland bis zum Bodensee. |
 |
Nach oben
 |
|
Darunter auch eines der schönsten Fachwerkhäuser im Kraichgau, das
baumannsche Haus in Eppingen, das alte Grötzinger Rathaus, Stadttor von Iphofen
bei Kitzingen im Fränkischen und das Schwörerhaus aus Immenstadt am
Bodensee, das erste Gebäude das um 1870 von einer Denkmalbehörde unter
Schutz gestellt wurde. „Meine Ideen und Anregungen für die einzelnen
Modellhäuser bekomme ich auf Reisen durch die Region“, erzählt der 77-jährige
Pensionär aus Karlsruhe und freut sich, dass seine Nachbauten viel bestaunt
werden. Dabei investiert Friedhelm Sons viel Zeit und Geduld in sein Hobby, denn
nach ersten Fotos, beginnen zunächst die Recherchen nach alten Plänen, dann die
Umsetzung ins Maßstäbliche und dann erst der eigentliche Modellbau. Der kann gut
und gerne mit Unterbrechung auch ein bis zwei Monate, oder noch länger dauern,
war zu erfahren. Der Lohn für diese Arbeit ist abschließend dann nicht nur das
gelungene Werk, sondern auch viel Bewunderung von Seiten der Betrachter.
(Weitere Info auch unter: www.nbahnfreundekarlsruhe.de) |
 |
|
 |
|
Es ist aber nicht nur das Staunen und die Anerkennung von Seiten der
Betrachter der die Modellenthusiasten und –eisenbahnfreunde antreibt, vielmehr
ist die Begeisterung eine Landschaft oder Baulichkeiten originalgetreu bis ins
Detail nachzubauen und die Freude am fahrenden Material. „Beides zusammen macht
den Reiz der Modellbahn aus“, erklärt Matthias Müller der Vorsitzende der
Modelleisenbahnfreunde Keltern. Ebenso wie der Modelleisenbahnverein Remchingen
präsentierten sie ihre Vereinsanlagen. War es bei den Kelterner eine
Segment-Anlage mit rund zehn Metern Länge in Spur H-O, so sorgten die
Remchinger, deren Vereinsheim in der alten Bahnmeisterei beim Wilferdinger
Bahnhof untergebracht ist, mit einer Märklin-Anlage im Stil der 60er Jahre für
Begeisterung. Mit dieser Reminiszenz an die Tischbahn-Ära, also an die Zeit als
um Weihnachten, die Modellbahnanlage vom Speicher oder dem Keller geholt wurde,
um sie unterem Weihnachtsbaum oder auf dem Wohnzimmertisch aufzubauen. Damals
wie heute gab’s dann leuchtende Augen bei Groß und Klein. Grade so wie bei der
Modellbahn-Ausstellung übers Wochenende. Rund 800 Besucher gönnten sich diese
Freude und sprachen mit dem guten Besuch dem Verein ihre Anerkennung für die
alljährlich reizvollen Ausstellungen aus. Natürlich durfte dabei auch nicht die
lokale Kleinbahngeschichte fehlen. So zeigte Kurt Schwab ein Kenner der Materie,
mit Vortrag und vielen Bildern auch die Geschichte der Kleinbahn Pforzheim –
Ittersbach auf. |
 |
| Barrierefrei Leben e.V. stellt sich vor! |
 |
|
Der Verein "Barrierefrei Leben" bietet deutschlandweit eine Wohnberatung per
Internet an. Die Beratung richtet sich an Privatpersonen, die ihre Wohnsituation
vorsorglich fürs Älterwerden oder aufgrund von körperlichen Einschränkungen
verbessern wollen.
Das kostenlose Beratungsangebot bietet Unterstützung
bei der Suche nach Hilfsmitteln für die Wohnung, Vorschläge für Wohnungsumbau
bzw. -anpassung und die Sichtung von Plänen für barrierefreie
Neubauten.
Für die Beratungsanfragen über das Internet wurden einfache
Formulare entwickelt, die es erleichtern, Wohnprobleme darzustellen. Die
Ratsuchenden bekommen durch die Experten von Barrierefrei Leben individuelle
Lösungsvorschläge per E-Mail.
Der Verein Barrierefrei Leben e.V. informiert und berät deutschlandweit
Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
Online Wohnberatung Flyer
Barrierefrei Leben
e.V. Wohnberatungsportal Richardstr. 45 22081 Hamburg
Tel.:
040-29 99 56 36 Fax: 040-29 36 01 E-Mail: info@online-wohn-beratung.de Web:
www.online-wohn-beratung.de
|
Nach oben
Krankenpflegeverein Keltern – Ein Verein mit sozialem Auftrag |
 |
|
Als ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bevölkerung, den Mitgliedern und
den sozialen Einrichtungen der Gemeinde sieht sich der Krankenpflegeverein
Keltern. Unterstrichen wurde diese Einschätzung auf der vergangenen
Hauptversammlung auch vom Geschäftsführer des „Sozialen Dienste
Straubenhardt-Keltern gGmbH“, Reinhold Varwig. Von der Arbeit des Kelterner
Fördervereins für die Sozialstation würden beide Seiten profitieren, stellte er
anerkennend fest. Damit dies auch künftig gewährleistet ist, stellten sich
fast alle Verwaltungsmitglieder zur Wiederwahl. Lediglich Vizevorstand Reinhard
Boger wollte „etwas kürzer treten“ und künftig nur noch als Beisitzer fungieren.
Eine Bitte der die Versammlung mit der Wahl des seitherigen Beisitzer Rainer
Eberle zum Nachfolger entsprach. Reinhardt Boger, der als langjähriges und
engagiertes Verwaltungsmitglied bekannt ist, galt ebenso der Dank, wie Wilhelm
Ernst Bischoff und Werner Reister. Beide standen aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Seit der Gründung des
Krankenpflegevereins Dietlingen 1967 gehörten sie, als Schriftführer und
Kassierer zur Verwaltung. Nach der Fusion 1996 zum Krankenpflegeverein Keltern
bis 1999 waren sie noch in ihrer anvertrauten Funktion tätig. Bis zur aktuellen
Hauptversammlung gehörten sie als Beisitzer der Verwaltung an. Für die beiden
ausscheidenden Dietlinger, konnten mit dem frisch pensionierten Ellmendinger
Grundschulrektor Erwin Grübel und Dr. Alfred Schweitzer zwei renommierte
Nachfolger gefunden werden. Ein besonderer Dank galt auch Karin Bischoff, die
als Kassiererin schon seit Jahren ein umfangreiches Aufgabengebiet wahrnimmt.
Sie wurde nach der Entlastung der gesamten Verwaltung ebenso im Amt bestätigt
wie die weiteren Vorstandmitglieder. Für Werner Holl, der aus Altersgründen das
Amt des Kassenprüfers abgeben wollte, konnte die Leiterin der
Nachbarschaftshilfe Rose Reister gewählt werden. Bereits zu Beginn der
umfangreichen Wahlen bestätigte die Versammlung den seit 1999 im Amt
befindlichen ersten Vorsitzenden und ehemaligen Kelterner Rechnungsamtsleiter
Hermann Künzler. Angesichts der umfangreichen und detaillierten
Rechenschaftsberichte von Vorstand Hermann Künzler und Kassiererin Karin
Bischoff, war auch Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer voll des Lobes über die
Arbeit der gesamten Verwaltung und der engagierten Mitglieder. Welche Bedeutung
dem Verein, mit seinen über 900 Mitgliedern (rund 10 % der Bevölkerung)
zukommt, weiß auch er. Mit Blick auf die demographische Entwicklung in der
Gemeinde und die Vergünstigungen die den Mitgliedern im Bedarfsfall
zugute kommen, empfahl auch er eine Mitgliedschaft zu günstigen Jahresbeiträgen
von 10,74 Euro für Einzelmitglieder und 18,41 Euro bei Familienmitgliedschaft.
Auf diesem Wege sind im vergangen Jahr rund 15 000 Euro zusammengekommen.
Außerdem erhielt der Verein Spenden in Höhe von 2000 Euro, sowie den Erlös
aus der Einspeisung von Solarstrom ins Netz rund 1000 Euro und 500 Euro
Zinserträge. Von den Gesamteinnahmen in Höhe von über 18 000 Euro kamen
rund 13. 000 Euro der Sozialstation zugute. Weitere 4 000 Euro gingen als
Zuschüsse an erkrankte Mitglieder. Für 600 Euro finanzierte der Verein einen
Ausflug für behinderte Mitbürger und Mitglieder. Die restlichen Aufwendungen
wurden für die Vereinsverwaltung erforderlich. Nach de r Rechnungslegung belief
sich das Vereinsvermögen zum Ende des Berichtsjahres 2007 auf rund 26 000 Euro.
„Eine solide Grundlage für die mittelfristige Gewährleistung eines umfangreichen
Senioren- und Sozialangebotes am Ort“, wurde einhellig festgestellt. Allerdings
wurde darauf hingewiesen, dass nur der Mitgliederbestand und –zuwachs dies auch
langfristig gewährleistet Welcher Bedarf bei der Senioren- und sozialen Arbeit
besteht, verdeutlichte Petra Allion, die kaufmännische Leiterin der Sozialen
Dienste Straubenhardt-Keltern gGmbH zusammen mit Reinhold Varwig, dem
Geschäftsführer der gemeinnützigen Einrichtung. So sorgen derzeit rund 110
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Flotte von insgesamt 25 Fahrzeugen
für eine gute und umfangreiche Versorgung, Pflege und Betreuung der aktuell rund
300 Patienten. Zur Nachbarschaftshilfe unter Leitung von Rose Reister zählen 34
Helferinnen sowie zwei Zivildienstleistende. Auch das „Essen auf Räder“
erfreue sich mit derzeit 65 „Kunden“ steigender Beliebtheit. Ebenso werde das
zwischenzeitlich von Keltern nach Straubenhardt ausgelagerte Tagespflegeangebot
mit entsprechendem Abhol- und Bring-Service gut angenommen, berichtete Reinhold
Varwig. Nach vielen defizitären Jahren sei es voraussichtlich in diesem Jahr
erstmals möglich schwarze Zahlen zu schreiben, so Reinhold Varwig in seiner
persönlichen Einschätzung auf der Versammlung. Alles in allem also eine sehr
positive Entwicklung sowohl beim Krankenpflegeverein Keltern, als auch bei den
Sozialen Diensten Straubenhardt–Keltern gGmbH“. Bei einem kleinen Imbiss konnten
die anwesenden Gäste auf diese Erfolgsgeschichte anstoßen. Zuvor hatten Bruno
und Jutta Goldhorn aus Dietlingen mit beeindruckenden Dias über Thailand die
Besucher mit auf die Reise in das fernöstliche Land. Erstmals fand die
Hauptversammlung nicht im Dietlinger Rathaussaal, der nur über viele
Treppenstufen zu erreichen ist statt, sondern in den Räumen der Sozialstation an
der Bachstraße 32 in Dietlingen, die barrierefrei, auch für Gehbehinderte
leicht zu erreichen sind. |
 |
Nach oben
Stolz auf die Nachwuchshelfer und -retter |
 |

|
Grelles Scheinwerferlicht, zahlreiche Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge und
dazwischen über 30 Einsatzkräfte und Helfer; Blaulicht, Motorengeräusche
und hektische Betriebsamkeit überall. Dieses Bild bot sich dieser Tage zu
abendlicher Stunde im Ellmendinger Klärwerk. Auffallend war dabei, dass am Rande
dieses Szenarios die Feuerwehrleute mittleren Alters mehr oder minder nur
beobachtend dastanden. Dies aus verständlichem Grund; denn sie waren ebenso wie
viele andere , nur Zuschauer bei der ersten gemeinsamen Einsatzübung von der
Jugendfeuerwehr und dem Jugendrotkreuz Keltern. Wohl an die 20 Jahre ist es her,
dass eine solche gemeinsame Übung stattfand, denn so lange schon gab es kein
Jugendrotkreuz in Keltern mehr. Erst im vergangenen Jahr hat sich auf Initiative
und mit großem Engagement von DRK- u. Bereitschaftsmitglied Benjamin Reister
wieder eine Jugendrotkreuzgruppe gebildet; „eine“, so Benjamin Reister, nach
Abschluss der Übung, „auf die man stolz sein kann“ . Dass das Engagement und die
Erfolge auch Früchte tragen zeigt die Mitgliederzahl, denn heute gehören dieser
Gruppe schon 16 Kinder und Jugendliche an. Stolz auf den Nachwuchs ist man
auch bei der Feuerwehr und das zu recht. Zwar hat es hier in der
Jugendarbeit nie eine Unterbrechung gegeben, „die Zahl der
Jugendfeuerwehrler ist aber immer schwankend“, bestätigt Rosi
Spinler, die Jugendwartin. Umso erfreuter ist sie, die zusammen mit ihren
drei weiteren Jugendleitern viel auf die Beine stellt um die Mannschaft bei der
Stange zu halten, dass heute insgesamt 14 Jungen und Mädchen zur
Stammmannschaft der Jugendfeuerwehr gehören und im kommenden Jahr sogar zwei als
Anwärter zur aktiven Wehr überwechseln. |
 |
Nach oben
 |
|
Auch Gesamtkommandant Joachim Straub freut sich, wenn mit spektakulären
Übungen, wie der vergangenen, bei der insgesamt zwei Einsatz- und
Löschfahrzeuge, Schere, Spreitzer, und weiteres technisches Gerät, also „ fast
das volle Programm“ im Einsatz waren und auch mit der Kameradschaft die
Jugendlichen angespornt werden. Ein solcher Ansporn war auch die Übung im
Klärwerk, wo ein Verkehrsunfall mit drei Verletzten, zwei Vermissten und einem
Fahrzeugbrand angenommen wurde. Alles klappte wie am Schnürchen; ob die Rettung
der Verletzten aus dem Fahrzeug oder die Erstversorgung und der Abtransport, mit
zwei Rettungsfahrzeugen und der Unterstützung der DRK-Bereitschaft Remchingen.
Die Beobachter waren voll des Lobes über den gezeigten Einsatzeifer der Kinder-
und Jugendlichen. Unisono stellten daher die hochrangigsten Übungsbeobachter
Bürgermeister Ulrich Pfeifer, Gesamtkommandant Joachim Straub und
DRK-Bereitschaftleiterin Liliane Augenstein fest „Auf eine solche
Nachwuchsmannschaft kann man stolz sein“. Leistungsanerkennung und
Belobigung für die junge Mannschaft gab’s auch offiziell zum Schluss der Übung
im Ellmendinger Feuerwehrhaus, wo die Einsatzkräfte von den Übungsbeobachtern
verpflegt wurden und der Respekt vor der „Super-Leistung“ zum Ausdruck
gebracht wurde. Auch Jugendlichen selbst waren begeistert vom ersten gemeinsamen
Einsatz und äußerten vielfach den Wunsch auf eine baldige
Wiederholung |
 |
Pfarrerfamilie Wacker mit großer Freude in Keltern begrüßt |
 |
|
Einen herzlichen Empfang hat der evangelische Kirchengemeindeverband
Ellmendingen-Dietenhausen und Weiler der neuen Pfarrerfamilie Wacker in
Ellmendingen bereitet. Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang
begrüßten über 300 evangelische Christen Günther Wacker, mit Ehefrau Irmtraud,
den beiden Söhnen und einer Tochter in ihrer Mitte. Dabei wertete schon der
Kirchengemeinderatsvorsitzende Wolfgang Mayer, die große Besucherzahl als
Ausdruck der Freude über die nur kurze Vakanz der Ellmendinger Pfarrerstelle.
Günther Wacker trat zum 1. November die Nachfolge von Johannes Lange an, der in
der Landeskirche eine andere Aufgabe übernommen hat. Dabei wurde schon mit der
Anwesenheit zahlreicher Jugendlicher und junger Gottesdienstbesucher deutlich,
dass der Amtsnachfolger in Keltern eine aktive junge und jung gebliebene
Gemeinde übernimmt. Freude über den künftigen gemeinsamen Weg herrschte daher
auf beiden Seiten. Während die Kirchengemeindeglieder, –kreise und Ältesten dies
beim Einführungsgottesdienst mit Wortbeiträgen,. Musik und Gesang zum Ausdruck
brachten, verdeutlichte Pfarrer Günther Wacker schon mit seiner
„Einführungs-Predigt“, wie er mit „Gottes Wort“ die Dynamik im
Kirchengemeindeleben erhalten und fördern will. So bezeichnete er den Glauben an
Jesus Christus nicht als abstrakte Utopie, sondern als ein Kraftquell für das
gemeinsame Miteinander. Dekan Axel Ebert, gratulierte der Kirchengemeinde zum
neuen Mann an der Spitze, der bekannt sei für seinen kirchlichen Einsatz und
überreichte dem 53jährigen Theologen, der dreizehn Jahre lang Pfarrer in
Eisingen war, die Urkunde für den neuen Aufgabenbereich und Dienstbezirk. Zum
Ende des Festgottesdienstes verkündete dann auch Glockengeläut die Freude über
die neue Pfarrerfamilie in Ellmendingen. |
 |
Nach oben
|
 |
|
Beim anschließenden Empfang erhielten Günther Wacker und Ehefrau Irmtraud
viele Glück- und Segenswünsche. In vielen Grußworten kam auch die Freude über
die nur kurze Vakanz und die Neubesetzung der Stelle, mit eben Günter Wacker zum
Ausdruck, da er für viele kein Unbekannter ist. Für die politische
Gemeinde sprach Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Bischoff und bezeichnete
den neuen Mann in Leitungsverantwortung, den er sowohl aus dem Kirchenbezirk,
als auch als Diakoniepfarrer kennt, als „ideal für Keltern“. In seinem Grußwort,
beglückwünschte Herbert Bischoff den engagierten Kirchenmann zu seiner
Entscheidung für die Weinbaugemeinde. Als Vertreter der politischen Gemeinde
ging er dabei auch auf die gemeinsamen Aufgabengebiete, wie Kindergärten,
Jugendarbeit und Seniorenarbeit ein. Um, im übertragenen Sinne eine gute
Grundlage zu schaffen überreichte Herbert Bischoff im Auftrag der Gemeinde einen
Essensgutschein der örtlichen Gastronomie. Ähnliches dachten sich auch andere
Gruppen-, Kreise und die Vertreter weiterer Glaubensgemeinschaften. So
überreichte der Großteil der Begrüßungsgäste dem neuen Pfarrerehepaar in
Ellmendingen, Geschenkkörbe, Essengutscheine, eine Einladung zum
„Arbeitsfrühstück“ und leckere Energiespender. Damit sie auch kulinarisch eine
gute Grundlage haben, war mit Schmunzeln aus dem Kreis der Festgäste zu
vernehmen |
 |
Nach oben
Weinfest Ellmendingen |
 |
|
KELTERN-ELLMENDINGEN wg. Ellmendingens neue Weinkönigin kommt aus Dietlingen.
Die feierliche Krönung der neunzehnjährigen Meike übernahm ihre Vorgängerin
Nadine beim 42. Weinfest in der Winzerhalle. Der Musikverein Ellmendingen
machte es richtig spannend und sehr geheimnisvoll und unterhielt die Gästen mit
schwungvollen Melodien. Dirigent Bruno Sautner holte die Gesangsolisten Kevin
Mayer, Isabell Hoppe, Elke Mayer und Stefan Schick aus seinem Orchester ans
Mikrofon, die bekannte Schlager und Evergreens sangen. Der Jubel des Publikums
in der fast voll besetzten Winzerhalle war ihnen sicher. Sehr unterhaltend und
locker waren die kurzen Moderationen von Diana Hauber und Frank Kern.
Meike versprach in ihrer Antrittsrede, die gute Qualität des Weins aus
Ellmendingen und auch aus Dietlingen weit über die Ortsgrenzen hinaus
bekannt zu machen und den Weinort zu repräsentieren. Doch wie kommt eine
Schwäbin aus Schönaich, die vor 14 Jahren im badischen Dietlingen „eingebürgert“
wurde, zu den hohen Ellmendinger Ehren? „Dr Babba hat gsagt, des machsch du
jetzt und fertig“, erklärte die neue Weinkönigin Meike aus der Bäckerei Wolff
auf Nachfrage. „Aber ich hätts auch so gerne gemacht.“ Meike ist im letzten
Ausbildungsjahr zur Restaurantfachfrau. Sie war schon einmal bei einer Weinlese
in Durbach und im Ausbildungsbetrieb erfuhr sie bei Weinproben viel über den
köstlichen Rebensaft. Zum Antritt als königliche Hoheit des Weinortes sprach sie
den Vierzeiler: „Nimmst du täglich deine Tropfen – wird stets dein Herz freudig
klopfen.- wirst im Alter wie der Wein – stets begehrt und heiter sein.“
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gab die Weinkönigin Nadine ihr
Amt ab. „Es war ein schönes Jahr. Anfangs war ich noch sehr aufgeregt, wenn ich
auf der Bühne reden sollte, das hat sich aber gelegt.“ Sie schlenderte über
Straßenfeste mit ihrem Weinknecht Markus, besuchte das Oechslefest, das Weinfest
in Enzklösterle, nahm an Weinwanderungen teil und warb für den Ellmendinger
Wein. Neben ihrer beruflichen Aufgabe in der Notaufnahme des Krankenhauses sei
das manchmal schon stressig gewesen. Weinkönigin Meike muss die Gesellenprüfung
während ihrer Amtszeit auf die Reihe bringen. Bürgermeister Ulrich Pfeifer hat
es an der Seite von Weinkönigin Nadine auch sehr viel Spaß gemacht. „Ich freue
mich, dass wir mit Meike wieder eine engagierte und interessierte Weinkönigin
gefunden haben, die unseren Ort repräsentiert.“ Der Musikverein
Ellmendingen überreichte Meike einen silbernen Schwan zum Amtsantritt.
Das 42.Weinfest am Wochenende mit viel Musik und Tanzgelegenheiten für jedes
Alter wurde vom Wetter nicht gerade verwöhnt. Aber selbst beim strömenden Regen
war kein Platz mehr frei in den Zelten auf dem Lindenplatz. Beim Weinbrunnen
lauschten die Besucher den Klängen der Musikvereine und hatten sich viel zu
erzählen.
|
 |
Nach oben
Ellmendinger Kirchenschatz ist gut verwahrt |
 |
|
Was Schülern oft ein Graus ist und sich überwiegend auf das Einprägen von
Jahreszahlen und Ereignissen beschränkt, kann sich im Alter interessant, ja
sogar spannenden darstellen. Die Rede ist von Geschichtsschreibung und
-recherche. So entdecken immer mehr Zeitgenossen, auch hierzulande die Heimat-
und Ahnenforschung als spannendes Hobby. Voraussetzung ist allerdings: genügend
Zeit, etwas Geschichtswissen und eine Brise kriminalistischer Spürsinn. Dies
fördert dann oft Vergessenes, Erstaunliches und öfters damit auch verbunden
Stolz auf die eigenen Wurzeln zutage. So hat auch Reinhard Deeg aus Ellmendingen
eine, ihm verborgene und nur Wenigen bekannte Geschichte recherchiert. Die
Geschichte eines kleinen Kirchenschatzes, bestehend aus einem goldenen
Abendmahl-Kelch und einem dazugehörigen goldenen Brot-Teller. Wenngleich dieses
Abendmahlsgeschirr, gemessen an anderen Kirchenschätzen etwas bescheiden wirkt,
für eine Dorfgemeinde wie Ellmendingen war und ist diese nachweisliche Stiftung
aus dem Jahr 1651 doch von gewisser Bedeutung und geschichtlichem
Erinnerungswert. Heute nicht mehr in Gebrauch wird der „Ellmendinger
Kirchenschatz“ sicher verwahrt. Aufmerksam auf dieses
kirchengeschichtliche Kleinod wurde Reinhard Deeg bei der Suche seinen
Urahnen. Deren nachweisliche Wurzeln gehen die auf Zeit kurz vor und nach dem
30jährigen Krieg zurück. Mit Akribie hat Reinhard Deeg in diesem Zusammenhang
Geschichtsbücher, insbesondere auch die Stadtgeschichte von Durlach studiert und
das Internet bemüht. Bei der Suche nach der Abstammung mütterlicherseits, über
die Familien Augenstein, galt das Augenmerk den Kirchenbüchern. |
 |
Nach oben
|
 |
|
Aus den, nach dem 30-jährigen Krieg wiederhergestellten Unterlagen geht
hervor, dass damals in Ellmendingen nur vier Familien Augenstein lebten, aus
deren Linien heute rund 300 Kelterner hervorgingen. Bei der Spurensuche nach den
Deeg’s in Ellmendingen stieß der heute 71-jährige auf die Geschichte des
„Ellmendinger Kirchenschatzes“. So wird in einem Kirchenbucheintrag von Pfarrer
Michael Gerbers (1648-1653) festgehalten, dass der am 1. Mai 1651 in
Ellmendingen verstorbene Leutnant Erhard Deeg als „sein Bekenntnis zum Glauben“
der Kirche die Stiftung vermachte. Leutnant Deeg, der Urahn der Ellmendinger
Linie Deeg, stammt ursprünglich aus Hof an der Saale im Vogtland. Als
schwedischer Offizier kämpfte er, nach der Recherche von Reinhard Deeg kämpfte
er in den Truppen von König Gustav im europäischen Glaubenskrieg an der
Seite von General Horn. „Er besetzte Baden von Mannheim bis zur Kinzig und über
den Schwarzwald bis zum Bodensee“. Mit dem Eintritt des französischen Heeres
1638 wechselten in der hiesigen Region die Besatzungen ständig zwischen
den Kaiserlichen und den Schwedischen in der hiesigen Region, insbesondere im
Bereich um Durlach. Das schwedische „Regiment Löwenhaupt“, mit Leutnant Deeg, so
die Geschichtsschreibung, hielt Durlach bis über den westfälischen Frieden von
1648 noch ein Jahr besetzt. So lange die Kriegsentschädigung nicht geleistet
war, blieben die Truppen im Land. Nachdem der badische Markgraf in der Lage
gewesen sei, die Entschädigung zu leisten, ließen sich die Kriegsveteranen und
Offiziere mit ihren Familien im hiesigen Raum nieder. So kam auch Erhard Deeg,
mit seiner Frau Anna Elisabetha („obgleich aus Prag stammenden und katholischen
Glaubens“) zusammen mit ihrem neugeboren Sohn Wilhelm nach Ellmendingen. Für
diese Zeit ist der Geschichtsschreibung, basierend auf den Kirchenbüchern und
dem Testament des verstorbenen Leutnants zu entnehmen, dass der kriegsverletzte
Veteran und seine Ehefrau ihr Silber-Hab und -Gut an den Pforzheim Goldschmied
Abraham Schober gaben um aus dem Erlös ein goldenes Abendmahlgeschirr anfertigen
zu lassen. “Es war 28 Lot und 3 Güldlein; Alles kostete zusammen 35 Dukaten samt
Macherlohn. „Es ist ein schön Pfand; Gott vergelt’s dem Verstorbenen
im Himmel und segne die Hinerbliebenen an Leib und Seele.“ Ein seliger
Wunsch der heute, nach Auffassung von Reinhard Deeg nicht nur über den
Ellmendinger Deeg’s ruht. |
 |
Verein „Historische Kelter Dietlingen“ präsentierte die Vielfalt der Kelterner Weine |
 |

|
„Vielfalt! Vielfalt!“ ist die Losung, die Kai-Michael Beyrow in der Alten
Kelter in Dietlingen beschwört. Gemeint ist der Kelterner Wein, um dessen
Vielfalt und Tradition sich der Verein „Historische Kelter Dietlingen“ bemüht.
Seit letztem Jahr haucht der Verein, dem Beyrow vorsteht, dem Gebäude wieder
Leben ein. Nicht nur, dass umgebaut wird und originale bauliche Strukturen
freigelegt werden sollen. Vor allem die Kellerräume sind ihrer ursprünglichen
Bestimmung zugeführt worden: dort wird jetzt wieder Wein gemacht. „Wir haben zur
Zeit etwa 45 Mitglieder, davon ein Drittel aktive Winzer, die selbst Wein machen
oder sich darin versuchen wollen“, erläutert Rudolf Armbruster,
Vorstandsmitglied der „historischen Kelter“ und selbst Winzer. Aber
die Krönung der schöpferischen Arbeit im Keller ist doch das gemeinsame
Verkosten. So ist auch die Idee zur Weinprobe in der Kelter entstanden, die
jetzt erstmals veranstaltet wurde. „Dabei geht es uns aber nicht nur darum, das
selbst Hergestellte zu präsentieren, sondern um die ganze Vielfalt der Weine,
die aus Kelterner Trauben hergestellt werden“, erläutert Beyrow. „Egal, ob sie
nun von Hobby-, Genossenschafts- oder Haupterwerbswinzern kommen.“
|
 |
Nach oben
|
 |
|
Die eigenen Weine sind ja schon vor Ort, die anderen haben die
Vereinsmitglieder im Laden gekauft. Oder sie wurden von den Gästen der Weinprobe
selbst mitgebracht, wie die Weine von Alfred Schweitzer und Walter Appenzeller,
beide Gemeinderäte in Keltern und passionierte Winzer. Damit es möglichst
objektiv zugeht, ist die Probe eine „verdeckte“, bei der der ausgeschenkte
Tropfen zunächst nicht bezeichnet wird. Eine Menge Arbeit wartet auf die Gäste,
denn gefragt ist eine dezidierte Beurteilung jedes Weines und nicht nur ein
summarisches „schmeckt - schmeckt-nicht“ (wobei ohnehin keiner der 16 Weine
Gefahr lief, letzteres Prädikat zu erhalten). „Color – Odor – Sapor“, „Aussehen
– Duft – Geschmack“ und das charakterliche Gesamtbild gilt es nach mehr als
einem Dutzend Unterkategorien zu beurteilen, maximal 20 Punkte kann ein Wein
erreichen. |
 |
 |

|
Verkostet wird nach Rebsorten, zunächst sind vier Weißweine dran, dreimal
Müller-Thurgau als führende Weißweinrebe Kelterns, und ein Riesling. Bevor
gelüftet wird, welcher Wein von wem ist, erfolgt die kundige Weinansprache durch
den Fachmann. Josef Watzl, Winzer und Diplom-Önologe aus Calw berät und
unterrichtet in Sachen Wein und zeigt in der Alten Kelter, wie eine präzise
Weinansprache aussehen kann. Technisch orientiert, beleuchtet Watzl die
Hintergründe, wie der einzelne Wein zustande gekommen sein dürfte - und
verblüfft mit der Treffsicherheit seiner Analysen. Watzls Zunge entgeht es
nicht, wenn ein Wein ein bisschen früh gelesen wurde, kalte Nächte vor der Ernte
hatte, das Lesegut etwas Botrytis-belastet war oder die Gärung vorzeitig
abgebrochen wurde. Die zweite Probenrunde galt dem Schwarzriesling, die dritte
dem Blauen Spätburgunder, den beiden führenden Rotweinreben in Keltern. Der
„gute, ausgewogene Holzeinsatz“ bringt den einen Tropfen voran, „eine total
untypische Frucht“ wirft den anderen zurück. Nach 17 Proben ist für dieses Mal
Schluss, aber nicht, weil es nicht noch mehr Kelterner Weine gäbe. „Uns ist die
Auswahl im Vorfeld der Präsentation nicht einfach gefallen“, bekennt Rudolf
Armbruster. Auch wenn die Professionalität der Erwerbswinzer bei der verdeckten
Weinprobe klar zum Ausdruck kam – verstecken brauchen sich auch die ernsthaften
Hobbywinzer nicht. Die Weinprobe in der Alten Kelter in Dietlingen soll zur
festen jährlichen Einrichtung werden. Beim nächsten Mal ist der 2007er an der
Reihe. Text und Fotos: Schott |
 |
Dietlinger Pappelallee ist landschaftsprägend aber auch eine Konkurrenz für die Reben |
 |
|
„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ meint ein geflügeltes Wort und
bringt damit zum Ausdruck, dass sich alles in stetiger Veränderung befindet.
Dies gilt gleichermaßen für gesellschaftliche Entwicklungen wie auch für die
Natur. Augenfällig wird dies auch im Bereich der Dietlinger Hochstraße, oberhalb
der Reblagen des Klepbergs. Im Volksmund,wegen des weithin sichtbaren
Baumbestandes als „Pappelallee“ bezeichnet, reihen (besser: reihten)
sich auf dem markanten Höhenzug Baum an Baum. Anfangs der 50er Jahre im
Zusammenhang mit der Rebflurbereinigung als Windschutz und zur Vermeidung von
Kaltluftabfluss über die Weinberge gepflanzt, ist diese Allee heute fast so
„kariös“, wie die Reblagen darunter. Eigentlich zum Schutz der Reben und
Weinberge gepflanzt, hat sich diese Maßnahme im Laufe der Jahrzehnte mit
fortschreitendem Wachstum der Bäume und des Gehölz, als „Bärendienst“ erwiesen.
Nicht nur, dass sich die Winzer über die Hecken als Unterschlupf für
(unerwünschte Erntehelfer) die Vögel beschwerten, größer noch war und ist
teilweise heute noch der Ärger über die Wasserkonkurrenz. |
 |
Nach oben
 |
|
Bis zu 20 Meter (die Bäume haben zwischenzeitlich eine stattliche Größe
von 25 bis 30 Meter) sind die Pappelwurzeln in die Reblagen eingedrungen und
schmälern den Ertag. (sie nebenstehenden Aufnahme enstand Mitte der 80er
Jahre) Üblicherweise ist die flachwurzelnden Baumart (in Dietlingen sind
dies überwiegend Hybrid-Pappeln) in feuchten Auenbereichen oder an Wasserläufen
anzutreffen. Warum oder auf wessen Empfehlung die Bäume vor über 50 Jahren auf
dem Muschelkalk-Höhenzug mit nur mäßiger Erdüberdeckung gepflanzt wurden, ist
nicht mehr nachvollziehbar. Vermutlich sollte das schnelle und gleichmäßige
Wachstum eben für einen schnellen und gleichmäßigen Windschutz für die Reben
sorgen. Damals mit einer Stammhöhe von nur zwei Metern und einem gleichmäßigem
Abstand zueinander mit Hecken dazwischen, gepflanzt entwickelte sich ich die
Baumallee in Laufe der Jahre zum festen Bestandteil im Landschaftsbild. Um den
Belangen der Winzer und des Landschaftsschutzes gleichermaßen Rechnung zu
tragen, hat man Ende der 80er Jahre versucht durch intensives Tiefpflügen und
behutsames Auslichten einen Interessensausgleich zu schaffen. Wind und Wetter
trugen zusätzlich zum natürlichen Interessensausgleich bei. Zwischenzeitlich hat
sich auch die Situation im Weinbau etwas verändert und die „Ärger“ der Winzer
über die Wasserkonkurrenten, nicht zuletzt auch wegen des rückläufigen
Weinanbaus, abgeebbt. So betrachtet, zumindest der Außenstehende heute die
Pappelallee, als gewachsenes und unverwechselbares Landschaftsmerkmal für
Dietlingen. Dabei gehen die Experten davon aus, dass die Bäume bereits „ihr
Alter“ haben und in 20 – 30 Jahren das Bild an dieser Stelle ganz anders
aussehen wird. |
 |
 |
|
Auch Ökowinzer Gerhard Neye, der in diesem Bereich vor Kurzem neue
Weinberge angelegt hat, bezeichnet die Pappelallee heute, zumindest optisch, als
Sympathieträger für den heimischen Weinbau. In diesem Sinne ist auch das
Weinfest unter dem Motto „Wo Wein wächst“ am letzten Augustsonntag (27.08.06) an
dieser Stelle, Bestandteil der Symbiose zwischen Weinbau, Natur und
Landschaftsgenuss. In diesem Zusammenhang spricht der Kenner vom sogenannten
Terroir, dieser Symbiose die, auch im Geschmack des Weins zum Ausdruck kommt.
Was den neuen Weinjahr anbelangt, so zeigen sich die heimischen Winzer mit dem
derzeitigen Wachstumsstadium zufrieden. Das Traubengut ist gesund und die
Rotweintrauben beginnen zu färben. Dies ist nun der Beginn des Reifeprozesses
der sich je nach Witterung noch einige Zeit hinziehen kann. Als Lesebeginn wird
witterungsabhängig Ende September genannt, wobei die momentan etwas fehlende
Sonneneinstrahlung wesentlich sein dürfte. Hagelschäden gab es in nur in
geringem Umfang, so dass 2006 wieder mit einem qualitativ und quantitativ guten
Jahrgang zu rechnen ist |
 |
|
 |
|
Heute ist die Pappelallee Ein beliebter Wanderweg; einerseits der
herrlichen Fernsicht wegen, andererseits auch wegen der markanten Pappeln, die
sich sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne als einzigartiges und markantes
Landschaftsmerkmal darstellen Noch vor Jahren waren die Reihen an der
Dietlinger Pappelallee dicht geschlossen, heute sind die Reihen ausgedünnt,
trotzdem ist die Pappelallee auch heute noch ein weithin sichtbares
Landschaftsmerkmal. 1991 ließ es sich der damalige Landwirtschaftsminister
Gerhard Weiser zusammen mit der Politprominenz nicht nehmen den Kelterner
Weinwanderweg an der Dietlinger Pappelallee, einzuweihen. |
 |
Die Wurzeln von Goodyear-Gründer Frank A. Seiberling reichen bis nach Ellmendingen |
 |

|
Die in jüngster Vergangenheit auf politischer Ebene etwas abgekühlten
deutsch-amerikanischen Beziehung scheinen wieder etwas in Gang zu kommen. Nicht
zuletzt der herzliche Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Weißen Haus
symbolisierte, dass beiden Seiten daran gelegen ist, die gewachsenen
Beziehungen neu zu beleben; dies auch vor dem geschichtlichem Hintergrund,
dass zahlreiche Auswanderergeneration den wirtschaftlichen Erfolg Amerikas
mitbegründeten und seit Generationen unzählige verwandtschaftliche Verhältnisse
über den „großen Teich“ hinweg bestehen. Heute sind viele Nachfahren deutscher
Auswanderer auf Spurensuche in der Alten Welt. Nachdem sie in den Staaten
mit Recherchen in Archiven, Logbüchern von Auswandererschiffen und in
Namenlisten den Grundstein zu Ihrer Ahnenforschung legen, werden hierzulande
Kirchenbücher gesichtet, Gemeindearchive durchforstet, Ortskundige oder
Namensgleiche in der „alten Heimat“ bemüht und Heimatkundler befragt. Dabei
kommt oft Erstaunliches zu Tage und mancher ist in good old Germany erstaunt, zu
welchem Ruhm es die Nachfahren im fernen Amerika gebracht haben.
|
 |
Nach oben
|
 |
|
In diesem Sinne ist auch das Ergebnis einer jüngsten
amerikanisch-deutschen Ahnenforschung schon eine kleine Sensation. Recherchen
diesseits und jenseits des Atlantik haben ergeben, dass die Gründerväter des
weltgrößten Gummi- und Reifenkonzerns Goodyear ihre Wurzeln in Ellmendingen
haben. Diese Erkenntnis förderte Walter Arnold als profunder Kenner der
Ellmendinger Heimatgeschichte und langjähriger Vorstand des Arbeitskreis
Heimatpflege und Kunst zutage. Vor vier Jahren wurde er durch den Besuch der
Familien Chapman aus Akron/Ohio und Byrd aus Hendersonville/Northcarolina
in Ellmendingen aufmerksam. Sie waren auf der Suche nach den
verwandtschaftlichen Wurzeln der Familien Säuberlich (später
amerikanisch/englisch Seiberling) auf den „Fall“ aufmerksam. Dabei zeigten sich
im Laufe der Nachforschungen sogar persönliche verwandtschaftliche Verhältnisse
zu den Seiberlings’, Chapman’s und Byrd’s. Außerdem ergab die akribische
Aufstellung eines Stammbaum auch, dass der vor kurzem, als einer der großen
Raketenpioniere in Amerika verstorbene Bruno Augenstein auf die
Ellmendinger Linie der Familie Säuberlich zurückgeht. Allerdings ist heute der
Familienname Säuberlich in Ellmendingen heute nicht mehr verzeichnet. Die
Erwähnung eines gewissen Jakob Säuberlich ist auf der Ehrentafel der Teilnehmer
des 1870er-Krieges am Haus Durlacher Str. 2 noch vorhandenIn Ellmendingen. In
der Region dagegen, ist der Name noch öfters vertreten. |
 |
|
 |
|
Beseelt von der Idee im Kelterner Heimatmuseum zum gegebenen Zeitpunkt
eine umfassende Ausstellung zur Auswanderergeschichte und den Pionieren aus der
Heimatgemeinde präsentieren zu können, hat der heute 78-jährige sehr
geschichtsinteressierte Walter Arnold sich intensiv mit der
Familiengeschichte „ Seiberling“ befasst. Mary-Ann Byrd und Ehemann Clinton, die
vor Kurzem erneut in Ellmendingen weilten, hatten die Familiengeschichte (The
Seiberling-Family in America 1611 – 1889) bereits in einem ersten Manuskript
niedergeschrieben. Zu dem, für den 15. und 16. Juli dieses Jahres in Akron/Ohio,
dem Stammsitz von Goodyear geplanten, weltweiten Seiberling-Familientreffen
wollen die Nachfahren des Firmengründers Frank A. Seiberling (geb. 1859) die
gesamte Familiengeschichte in einer zweibändigen Dokumentation präsentieren.
Hierzu hat auch Walter Arnold seinen Beitrag geleistet. Er konnte anhand von
Kirchenbüchern und der Aufstellung eines Stammbaums nachweisen, dass die Wurzeln
der Seiberling-Family und Goodyear Gründer auf den Ellmendinger Michael
Säuberlich, der vermutlich im heutigen Haus Ettlinger Straße 10 gewohnt hat,
zurückgehen. Den Recherchen von Walter Arnold zufolge, war dieser 1741 im Alter
von 42 Jahren mit seiner Ehefrau Sarah (geb. Spiegel aus Ottenhausen) mit zwei
Söhnen und zwei Töchtern nach Amerika ausgewandert. Aus den Kirchenbüchern ging
außerdem hervor, dass dessen Eltern und Großeltern jeweils Löwen-Wirte in
Ellmendingen waren. In der neuen Welt gründete die Familie Säuberlich
(Seiberling) eine neue Existenz. Die Nachfahren gründeten 1880 zunächst die
Indiana Rubber & Insulated Wire Company in Jonesboro/Indiana. Fast zwei
Jahrzehnte später, 1898 legte dann Frank A. Seiberling in Akron/Ohio mit der
Goodyear Tire and Rubber Company, den Grundstein zum Wirtschaftsimperium des
heute weltgrößten Gummi- und Reifenkonzern. Die Firmenbenennung erfolgte nach
Charles Goodyear, dem Entdecker des Vulkanisationsverfahrens, der trotz seiner
revolutionären Idee später verarmt starb. |
 |
|
 |
|
1921 verlies der 1859 geborene Firmengründer Frank A. Seiberling die Firma
und gründetet eine heute noch existierende Reifenfirma Seiberling (Seiberling
Rubber Company Akron/Ohio). Ihr wird auch die Entwicklung des ersten Luftreifens
mit Schlauch 1935 zugeschrieben. Das von Frank A Seiberling in Akron, dem
Stammsitz von Goodyear errichtete prachtvolle Schloss „Stan Hywet Hall an
Gardens“ vermachte der 1955 verstorbenen Firmengründer als Stiftung an die
Vereinigten Staaten. Hier wird im Juli diese Jahrs auch das
Seiberling-Familientreffen stattfinden, auf das sich nicht nur Mary Chapman
und Mary Ann Byrd, die beiden Enkelinnen des Reifen-Imperium-Gründers
Frank A. Seiberling. sondern auch andere überwiegend in USA lebenden
Mitglieder der Seiberling-Family, zu der, wie sich zeigte weit, weit entfernt
auch Walter Arnold aus Ellmendingen zählt. So fördert intensive Ahnenforschung
oft Erstaunliches zu Tage . |
 |
|
|
|